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Samstag, 7. November 2026

Steinmeier-Nachfolge

Ilse Aigner soll Bundespräsidentin werden: Was über die Kandidatur bekannt ist

CDU und CSU wollen die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier vorschlagen. Das berichten übereinstimmend ARD, ZDF, „Spiegel“ und „Süddeutsche Zeitung“. Die SPD signalisiert Unterstützung. Damit ist eine Mehrheit in der Bundesversammlung am 30. Januar 2027 in Reichweite, und Deutschland bekäme zum ersten Mal eine Bundespräsidentin. Offiziell bekanntgegeben werden soll die Kandidatur am Montag, 9. November 2026.

Redaktion Klar informiert · · aktualisiert
Geprüft von Marcel Golob am 7. November 2026

Ilse Aigner, deutsche Politikerin (CSU). Sie ist stellvertretende Bayerische Ministerpräsidentin und Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Hier am 25. Januar
Foto: Michael Lucan / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach übereinstimmenden Medienberichten vom 6. November 2026 trägt nun auch die CDU die CSU-Politikerin Ilse Aigner als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin mit.
  • Offiziell soll die Nominierung am Montag, 9. November 2026, nach einer Sitzung des CDU-Präsidiums verkündet werden.
  • SPD-Chef Lars Klingbeil hat angekündigt, Aigner zu unterstützen, wenn die Union sie vorschlägt. Auch die Grünen zeigen sich offen für Aigner, die Linke übt Kritik.
  • Gewählt wird am 30. Januar 2027 von der Bundesversammlung mit 1.260 Mitgliedern. Union und SPD haben dort zusammen eine klare Mehrheit.
  • Aigner wäre die erste Frau an der Spitze des Staates. Die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier endet mit Ablauf des 18. März 2027.
  • Die 61-Jährige ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags. Von 2008 bis 2013 war sie Bundesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

1.260

Mitglieder der 18. Bundesversammlung (630 Bundestagsabgeordnete plus 630 Ländervertreter)

Quelle: Deutscher Bundestag, Februar 2026

631

Stimmen für die absolute Mehrheit in den ersten beiden Wahlgängen

Quelle: Art. 54 GG / ZDFheute, November 2026

rund 683

Sitze von Union (431–432) und SPD (251–253) zusammen in der Bundesversammlung

Quelle: wahlrecht.de laut Tagesspiegel, Oktober 2026

30.01.2027

Termin der Wahl im Reichstagsgebäude in Berlin

Quelle: Deutscher Bundestag

Ilse Aigner als Bundespräsidentin: Was ist passiert?

Wochenlang war offen, wen die Union für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vorschlägt. Am Freitag, 6. November 2026, verdichteten sich dann die Berichte. Zuerst meldete die „Süddeutsche Zeitung“, es gelte als sicher, dass CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner vorschlagen werde. Kurz darauf berichteten der „Spiegel“ unter Berufung auf CDU-Kreise sowie das ARD-Hauptstadtstudio und das ZDF dasselbe.

Laut ZDFheute sagte ein Mitglied des CDU-Präsidiums, es sei nicht vorstellbar, dass jemand anderes als Aigner Kandidatin wird. Auch Aigners Umfeld habe die Meldungen bestätigt. Offiziell bestätigt ist die Entscheidung bislang aber noch nicht. Die CSU hatte sich schon zuvor klar auf Aigner festgelegt. Neu ist, dass die größere Schwesterpartei CDU nun mitzieht.

Wann wird die Kandidatur offiziell bekanntgegeben?

Die offizielle Bekanntgabe wird für Montag, 9. November 2026, erwartet. Merz will seinen Vorschlag zunächst den CDU-Gremien vorstellen. Danach reist er nach Berichten von n-tv nach München zu Aigner und CSU-Chef Markus Söder. Laut ZDF sollen Merz und Aigner gemeinsam vor die Presse treten. Denkbar sei, dass auch Söder und SPD-Chef Lars Klingbeil dabei sind.

Der Ablauf war eigentlich anders geplant. Die „FAZ“ berichtet, Merz habe die Entscheidung erst nach der Präsidiumssitzung am Montag verkünden wollen. Die Berichte vom Freitag sind ihm zuvorgekommen.

Wer ist Ilse Aigner? Lebenslauf in Kürze

Ilse Aigner wurde am 7. Dezember 1964 im Landkreis Rosenheim in Oberbayern geboren. Nach der Realschule machte sie eine Lehre zur Radio- und Fernsehtechnikerin. Für eine Spitzenpolitikerin ist das ein eher ungewöhnlicher Weg. Ihre wichtigsten Stationen:

  • 1994: Einzug in den Bayerischen Landtag
  • 1998: Wechsel in den Bundestag
  • 2008 bis 2013: Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Kabinett von Angela Merkel
  • seit 2011: Vorsitzende des CSU-Bezirksverbands Oberbayern, des größten Bezirksverbands der Partei
  • 2013: Rückkehr in den Landtag und in die bayerische Staatsregierung
  • seit November 2018: Präsidentin des Bayerischen Landtags

Aigner gilt als volksnah und bodenständig. Sie selbst hat sich einmal als „Brückenbauerin“ bezeichnet. Nach eigenen Angaben ist sie Single und lebt in einem Dreigenerationenhaus mit ihrer Familie. Wird sie gewählt, wäre sie die erste Frau im höchsten Staatsamt der Bundesrepublik. Bisher waren alle Staatsoberhäupter Männer, von Theodor Heuss bis Frank-Walter Steinmeier.

Warum hat sich die Entscheidung so lange hingezogen?

Die Suche nach einer Kandidatin wurde zur Machtfrage innerhalb der Union. Die CSU drängte früh auf Aigner. Auf dem CSU-Parteitag am 23. Oktober 2026 sagte Söder laut ZDF, die Entscheidung werde zwar woanders gefällt, er würde es sich aber „von Herzen gönnen“, wenn Aigner nächste Bundespräsidentin würde. Merz legte sich dagegen öffentlich lange nicht fest. Er beharrte nach Darstellung des „Spiegel“ auf dem Anspruch der CDU, die Kandidatin zu bestimmen. In Berichten war zeitweise auch von einer möglichen CDU-Kandidatin die Rede.

In den vergangenen Tagen wuchs der Zuspruch für Aigner auch in der CDU. Unionsfraktionschef Thorsten Frei nannte sie eine „ganz hervorragende Personalie“. Unterstützung kam auch von den CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer aus Sachsen und Mario Voigt aus Thüringen. Gleichzeitig gab es Kritik am Verfahren. CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter warf Merz in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ fehlendes Fingerspitzengefühl vor. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann sagte dem „Spiegel“, Merz habe offenbar „keine Kontrolle über den Prozess“. Mehrere Kommentatoren werten die Einigung deshalb als Erfolg für Söder und die CSU.

Hat Aigner eine Mehrheit in der Bundesversammlung?

Ja, wenn Union und SPD geschlossen abstimmen. Die Bundesversammlung besteht aus allen 630 Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Mitgliedern, die von den 16 Landtagen gewählt werden. Insgesamt sind das 1.260 Mitglieder. Für die absolute Mehrheit braucht es also 631 Stimmen. Nach Berechnungen der Plattform wahlrecht.de, über die der „Tagesspiegel“ im Oktober 2026 berichtete, kommt die Union auf 431 oder 432 Sitze und die SPD auf 251 bis 253. Zusammen hätte die Koalition damit gut 50 Stimmen mehr als nötig.

SPD-Chef Klingbeil hat Unterstützung zugesagt und Aigner als volksnah bezeichnet. Auch die Grünen zeigen sich offen für Aigner. „Ilse Aigner schätzen wir“, sagte Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann am 6. November 2026 der Deutschen Presse-Agentur. Es sei „angemessen und richtig“, dass erstmals nach 75 Jahren eine Frau das höchste Amt im Staat bekleide. Die Kandidatensuche der Union nannte sie zugleich „unprofessionell“. Kritik kommt von der Linken. Fraktionschefin Heidi Reichinnek sagte der „Augsburger Allgemeinen“, sinnvoller wäre eine überparteiliche Kandidatur gewesen. Ob andere Parteien wie AfD, Linke oder BSW eigene Kandidatinnen oder Kandidaten aufstellen, ist noch offen. Den Landtagen steht es frei, auch Persönlichkeiten ohne Mandat in die Bundesversammlung zu schicken. Benannt wurden unter anderem die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, Pur-Sänger Hartmut Engler und der Journalist Constantin Schreiber, den das BSW in Sachsen nominiert hat.

Wie läuft die Bundespräsidentenwahl ab?

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat die 18. Bundesversammlung für Samstag, 30. Januar 2027, in das Reichstagsgebäude in Berlin einberufen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bundestags vom 26. Februar 2026 hervor. Die Amtszeit Steinmeiers endet mit Ablauf des 18. März 2027. Das Grundgesetz verlangt, dass die Bundesversammlung spätestens 30 Tage vorher zusammentritt.

Gewählt wird nach Artikel 54 des Grundgesetzes geheim und ohne vorherige Aussprache. In den ersten beiden Wahlgängen braucht eine Kandidatin die absolute Mehrheit der Mitglieder. Im dritten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit, also die meisten Stimmen. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Steinmeier kann deshalb nicht noch einmal antreten. Er war 2017 gewählt und 2022 wiedergewählt worden.

Was bedeutet die Personalie für Bayern und die Union?

Wird Aigner gewählt, muss der Bayerische Landtag eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten bestimmen. Auch in der CSU würde sich das Personaltableau verschieben, denn Aigner galt lange als eine der profiliertesten Politikerinnen der Partei. n-tv verweist zudem auf einen bundespolitischen Nebeneffekt: Mit einer CSU-Politikerin im Schloss Bellevue müsste Söder dem Kanzleramt endgültig Lebewohl sagen. Diese Einschätzung ist allerdings eine Deutung von Beobachtern und keine offizielle Festlegung.

Bis zur Wahl Ende Januar sind die nächsten Schritte die offizielle Nominierung durch die Union, die formelle Unterstützung der SPD und mögliche Gegenkandidaturen anderer Parteien.

Chronologie

  1. 18. März 2027

    Die Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endet mit Ablauf dieses Tages. bundestag.de

  2. 30. Januar 2027

    Die 18. Bundesversammlung tritt im Reichstagsgebäude zusammen und wählt das neue Staatsoberhaupt. bundestag.de

  3. 9. November 2026

    Geplant: Merz stellt seinen Vorschlag dem CDU-Präsidium vor. Die offizielle Bekanntgabe wird erwartet, danach reist Merz zu Aigner und Söder nach München. n-tv.de

  4. 6. November 2026

    SZ, Spiegel, ARD und ZDF berichten übereinstimmend, dass auch die CDU Aigner nominieren will. SPD-Chef Klingbeil sagt Unterstützung zu. zdfheute.de

  5. 23. Oktober 2026

    Auf dem CSU-Parteitag spricht sich Markus Söder öffentlich für Ilse Aigner als nächste Bundespräsidentin aus. zdfheute.de

  6. Oktober 2026

    Nach Berechnungen von wahlrecht.de haben Union und SPD in der Bundesversammlung gut 50 Stimmen mehr als die absolute Mehrheit. tagesspiegel.de

  7. 26. Februar 2026

    Bundestagspräsidentin Julia Klöckner beruft die 18. Bundesversammlung für den 30. Januar 2027 ein. bundestag.de

Häufige Fragen

›Wird Ilse Aigner Bundespräsidentin?

Sie ist Favoritin. CDU und CSU wollen sie nach übereinstimmenden Medienberichten nominieren, und die SPD hat Unterstützung angekündigt. Gewählt ist sie aber erst, wenn die Bundesversammlung am 30. Januar 2027 abstimmt.

›Wann ist die Bundespräsidentenwahl 2027?

Die 18. Bundesversammlung tritt am Samstag, 30. Januar 2027, im Reichstagsgebäude in Berlin zusammen. Die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier endet am 18. März 2027.

›Wie alt ist Ilse Aigner und woher kommt sie?

Ilse Aigner wurde am 7. Dezember 1964 im oberbayerischen Landkreis Rosenheim geboren und ist 61 Jahre alt. Sie ist gelernte Radio- und Fernsehtechnikerin und seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags.

›Gab es schon einmal eine Bundespräsidentin?

Nein. Seit 1949 waren alle Bundespräsidenten Männer. Ilse Aigner wäre die erste Frau an der Spitze des Staates.

›Wer wählt den Bundespräsidenten?

Die Bundesversammlung, ein Gremium aus allen 630 Bundestagsabgeordneten und 630 Vertreterinnen und Vertretern der Landtage. In den ersten beiden Wahlgängen ist die absolute Mehrheit von 631 Stimmen nötig, im dritten reicht die einfache Mehrheit.

›Warum kann Steinmeier nicht noch einmal antreten?

Das Grundgesetz erlaubt nur eine einmalige Wiederwahl. Steinmeier wurde 2017 gewählt und 2022 wiedergewählt, seine zweite Amtszeit endet im März 2027.

Quellen

  1. ZDFheute: Ilse Aigner soll Bundespräsidentin werden – Kandidatin der Union (6. November 2026)
  2. Deutscher Bundestag: Julia Klöckner beruft die 18. Bundesversammlung zum 30. Januar 2027 ein
  3. Deutscher Bundestag: Bundesversammlung und Wahl des Bundespräsidenten
  4. tagesschau.de: Ilse Aigner soll laut ARD-Informationen Bundespräsidentin werden
  5. Deutschlandfunk: Medienberichte – Auch CDU für Ilse Aigner
  6. Süddeutsche Zeitung: Steinmeier-Nachfolge – Ilse Aigner soll Bundespräsidentin werden
  7. SPIEGEL: Die CSU-Politikerin soll Bundespräsidentin werden, so CDU-Kreise
  8. SPIEGEL: Ilse Aigner und Friedrich Merz – Eine gute Kandidatin. Nur eben nicht seine
  9. FAZ: Steinmeier-Nachfolge – Die Favoritin und der Kanzler
  10. n-tv: Merz reist Montag zu Aigner und Söder nach München
  11. n-tv: SPD-Chef Klingbeil sichert Aigner Unterstützung zu
  12. n-tv: Ilse Aigner – die Frau, die nicht wie Söder werden wollte
  13. Tagesspiegel: Verstolpert Merz nun auch die Steinmeier-Nachfolge?
  14. ZDFheute: CSU drängt auf Nominierung von Ilse Aigner (23. Oktober 2026)
  15. Wikipedia: Ilse Aigner
  16. wahlrecht.de: Wahltermine in Deutschland

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI recherchiert und geschrieben und von Marcel Golob redaktionell geprüft . So arbeiten wir